anregende Beispiele Beim Wort "Arbeit" denken wir häufig nur an "Erwerbsarbeit", also Arbeit, die man gegen Bezahlung für andere verrichtet. Aber geschätzte zwei Drittel der in unserer Gesellschaft notwendigen Arbeit bestehen aus Haus- und Familienarbeit, Eigenarbeit und ehrenamtlicher Tätigkeit. Die drei deutschen Soziologinnen Karin Werner, Christa Müller und Andrea Baier befragten im Rahmen des Forschungsprojektes "Nachhaltige Lebensstile und Alltag" fünfzig Männer und Frauen (ganz unterschiedlich, was Alter, Herkunft und soziale Schicht betrifft) zu ihrer Arbeit in ihrem sozialen und topographischen Umfeld. Das reicht von der ehrenamtlichen Pflege des Nachbarn und der Organisation des Kindergarten-Umbaus über alternative Wohnprojekte bis zur Selbstversorgung mit Lebensmitteln. Sechzehn Portraits sind im vorliegenden Buch enthalten. Dabei werden Fragen gestellt wie: Welche Motive haben Menschen, an der Gestaltung ihres Umfeldes mitzuarbeiten? Warum produzieren sie Güter und Dienstleistungen selber, auch wenn sie es sich leisten könnten, diese zu kaufen? Wieso stellen sie die ehrenamtliche Tätigkeit innerhalb ihrer Gemeinschaft über die Erwerbsarbeit? - Die vorgestellten Personen werden lebendig und spannend geschildert, keineswegs als abgehobene Idealbilder, denen man eh gar nicht nachzueifern braucht, sondern vielmehr als anregende Beispiele. Nach Abschluss der Lektüre hätte man auf jeden Fall großes Interesse, auch die anderen 34 Portraits nachzulesen. "Wovon Menschen leben" macht Mut und Lust, unser gängiges Wirtschaftsmodell und den eigenen Lebensstil zu hinterfragen. Für wirtschaftlich, sozial und/oder ökologisch Interessierte sehr zu empfehlen. |