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Der Ernährungsschwerpunkt der politischen ökologie - der umfassende Überblick über die aktuellen Debatten in Politik und Gesellschaft!
"Was können wir jetzt noch essen?" Die Frau des deutschen Bundeskanzlers, Doris Schröder-Köpf, stellte diese Frage in der Bild-Zeitung und brachte damit die Agrarwende in Bewegung: Kanzler Schröder rief urplötzlich "weg mit den Agrarfabriken" und eine grüne Städterin ohne Stallgeruch wurde Ministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft.
Die Kanzlergattin hat Millionen Menschen aus dem Herzen gesprochen. Und damit zugleich eine verdrängte Selbstverständlichkeit ins Bewusstsein zurück gebracht: Nahrungsmittel haben ihren Ursprung in der Landwirtschaft. Mit BSE als Höhepunkt einer ganzen Reihe von Lebensmittelskandalen wurde der Wahnsinn des Agrarsystems sinnlich erfahrbar.
Doch der bittere Nachgeschmack des nicht-nachhaltigen Wirtschaftens ist mitsamt ein paar Gemüseaufläufen, Öko-Steaks und vegetarischen Brotaufstrichen heruntergeschluckt worden. Die Menschen bestreiten wieder ihren billiger-einkaufen-und-schneller-essen-Wettkampf und Dumpingpreise diktieren weiterhin den Markt. Die Qualität verliert. Und so ist der nächste Skandal vorprogrammiert, denn BSE ist nur ein Symptom eines Geflechts von Geschäftemacherei, verfehlter Politik und fragwürdigen Verbraucher-Prioritäten.
Eine Agrarwende, ein Wechsel hin zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft, ist DIE ökologische und soziale Herausforderung der nächsten Jahre. In der Landwirtschaftspolitik und dem Verbraucherschutz muss die Politik offenbaren, ob es ihr ernst ist mit der Nachhaltigkeit. Die Politik kann aber nur die Rahmenbedingungen verändern, letztlich entscheiden wird sich die Agrarwende auf dem Teller des Einzelnen. Sie ist schlicht eine Frage unseres Lebensstils: Was ist uns unsere Ernährung wert; was die Tiere, der Boden, das Wasser, die Luft; was die Menschen, die unsere Lebensmittel herstellen?
Die politische ökologie gibt einen Einblick in die Vielfalt einer natur- und menschenverträglichen Agrar- und Ernährungskultur. Sie macht Appetit auf ein üppiges Menü, in dem 20 Prozent Ökolandbau, Fairer Handel und verbesserte Lebensmitteldeklaration nur einzelne Elemente der Zutatenliste sind.
Erstellt: 02-02-2005 16:52 - Letzte Änderung: 12-04-2011 10:04






