Mikroplastik

Die unsichtbare Gefahr

Für das bloße Auge sind sie fast nicht zu sehen und doch sind sie mittlerweile überall: winzig kleine Plastikteilchen, genannt Mikroplastik. Sie lagern sich in Flüssen und Meeren ab und es ist noch nicht absehbar, welche Folgen sie für uns und unsere Umwelt haben werden. Nadine Schubert erklärt, was Mikroplastik eigentlich ist und wie es in die Umwelt gelangt.

04.02.2020

140 Millionen Tonnen Plastik schwimmen bereits in den Weltmeeren. Jedes Jahr kommen acht bis zehn Millionen dazu. Wir sehen jedoch nur die Kunststoffe, die auf der Oberfläche treiben oder an den Strand gespült werden. Doch ein Großteil des Plastikabfalls liegt unsichtbar auf dem Meeresboden – oder ist als Mikroplastik so klein, dass wir ihn mit bloßem Auge nicht erkennen können. Als Mikroplastik bezeichnet man Kunststoffteilchen, die kleiner als fünf Millimeter sind. Für Kosmetika werden meist Partikel mit einer Größe von einem Millimeter oder kleiner verwendet. Man unterscheidet zwischen primärem und sekundärem Mikroplastik.

Primäres Mikroplastik

Primäres Mikroplastik wird industriell hergestellt und verwendet, etwa als Granulat in der Kosmetikindustrie. In die Meere gelangt es, wenn Schiffe einen Teil ihrer Ladung verlieren – oder über den Umweg als »verarbeitetes Endprodukt«. Forscher des 5 Gyres Institute in Los Angeles veröffentlichten, dass ein handelsübliches Gesichtspeeling bis zu 330.000 Plastikpartikel enthalten kann. Das bedeute, so die Forscher, dass die US-Amerikaner täglich acht Milliarden Plastikkügelchen in den Abfluss spülen. Das Problem öffentlich zu machen zeigte Wirkung. Die USA haben Ende 2015 den Verkauf und die Herstellung von Produkten, die Mikroplastik enthalten, verboten. Kanada, die Niederlande und Neuseeland kündigten ebenfalls ein Verbot an. Das Umweltbundesamt (UBA) warnt zwar vor den Gefahren durch Mikroplastik, tut aber konkret nichts, um es aus dem Verkehr zu ziehen. Das Gutachten »Quellen für Mikroplastik mit Relevanz für den Meeresschutz « führt folgende Zahlen zur Verwendung von Mikrokunststoffen in Produkten auf dem deutschen Markt auf:

 
Sekundäres Mikroplastik

Sekundäres Mikroplastik beschreibt kleine Plastikteilchen, die aus dem Zerfall größerer Kunststoffprodukte resultieren. Wenn die Plastiktüte im Meer durch Wellengang, Salzwasser und Sonne zerfällt, entsteht sekundäres Mikroplastik. Dazu zählen jedoch auch Fasern, die aus Kleidungsstücken ausgewaschen werden und im Abwasser landen. Im Einzelnen sehen die Mengen beim sekundären Mikroplastik wie folgt aus (Quelle: UBA):

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In ihrem Bestseller »Besser leben ohne Plastik« hat Nadine Schubert aufgezeigt, wie einfach man ohne Plastik gut leben kann und gibt mittlerweile diverse Workshops zur Plastikvermeidung. Jetzt hat ...   

Zur Autorin 

Die Journalistin Nadine Schubert ist Profi in Sachen Plastikvermeidung. Seit 2013 lebt sie (fast) ohne den gesundheitsschädlichen Stoff. Ihre Erfahrungen veröffentlicht die Mutter zweier Kinder in ihrem Blog besser-leben-ohne-plastik.de.

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