Zehn Gebote

So erreichen wir mehr Klimaschutz

Der Umweltwissenschaftler Michael Kopatz hält ökologische Selbstoptimierung für einen unzureichenden Ansatz: Nicht einzelne Individuen, sondern die Politik muss für mehr Klimaschutz sorgen. Das heißt aber nicht, dass wir uns alle entspannt zurück lehnen können – denn politische Veränderung kommt nicht von allein. Was jeder tun sollte, damit sich endlich etwas bewegt, erklärt Michael Kopatz in seinen »Zehn Geboten zur Ökoerlösung«.

03.02.2020

1. Die Natur ist deine Lebensgrundlage.

Leiste Widerstand gegen ihre Zerstörung durch noch mehr Straßen, Gewerbeflächen, Gifte. Arsch hoch! Du bist das Volk.

2. Kämpfe nicht für deinen Garten, kämpfe für alle Gärten!

Du bist für den Klimaschutz und handelst nicht danach? Das geht allen so. Deswegen musst du die Verhältnisse ändern!

3. Du sollst Politiker ehren.

Sie wollen das Richtige tun, aber sind sich oft nicht einig, was das Richtige ist. Viele haben Angst vor den mächtigen Konzernen. Unterstütze den Verein LobbyControl.

4. Du sollst respektvoll mit Tieren umgehen, auch wenn sie auf dem Teller liegen.

Setz dich dafür ein, das Leid der Viecher zu lindern. Protestiere an geeigneter Stelle gegen den Bau eines weiteren Industriestalls.

5. Du rettest die Welt nicht durch den Kauf von Bioprodukten oder persönlichen Verzicht.

Du musst das System verändern. Geh im Januar eines jeden Jahres zur Demo in Berlin »Wir haben es satt!« und mach Druck von der Straße.

6. Du sollst die Stadt nicht mit deinem Auto verstopfen.

Nimm den Bus, die Bahn oder ein Rad. Nimm jeden Monat an der Fahrraddemo »Critical Mass« teil.

7. Du sollst nicht den Klimawandel leugnen.

Unterstütze Klimaschutzorganisationen wie Greenpeace oder den BUND durch Spenden, Mitgliedschaft und Engagement.

8. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, Auto, Handy, noch sonst alles, was dein Nächster hat.

Sei deinem Nachbarn ein Vorbild für Bescheidenheit. Zeig, dass man auch mit einem leichten Auto oder ohne Auto glücklich leben kann. Und sorg dafür, dass die Stadt in deiner Straße einen Parkplatz für Carsharing einrichtet.

9. Du sollst nicht zu viel Wohnraum begehren.

Wenn dein Haus oder deine Wohnung zu groß geworden ist, optimiere deinen Wohnflächenbedarf. Zieh mit Freunden oder andere netten Menschen zusammen. Oder hol dir freundliche Untermieter ins Haus.

10. Du sollst nicht shoppen am Tage des Herrn.

Schick immer wieder einen Brief an den Einzelhandelsverband in deinem Ort und mach deutlich: Am siebten Tage soll’n wir ruhn!

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»Michael Kopatz hat mich begeistert mit der Idee: Menschen ändern sich nicht durch Einsicht, sondern durch neue äußere Umstände, wenn die richtige Entscheidung die leichtere wird. Mehr gute Politik ...   

Zum Autor 

Michael Kopatz ist Soziologe, Umweltwissenschaftler und Projektleiter am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Seit der Veröffentlichung seines gleichnamigen Buches ist »Ökoroutine« ein häufig verwendeter Begriff in der ...

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