5. Juli 2022 | 19:00 Uhr
Sundermann/Rosswog: So geht Verkehrswende – Gegen Straßen auf die Straße gehen! - Virtuell & vor Ort

Die „Verkehrswende“ wird als heute als Mittel gegen den Klimawandel diskutiert. Folgerichtig stehen nicht-fossile Antriebsalternativen wie das E-Auto meist im Mittelpunkt der Debatte. Aber das ist ein Irrweg, meint das vierköpfige Redaktionskollektiv „Autokorrektur“. Clara Thompson, Jörg Bergstedt, Jutta Sundermann und Tobi Rosswog sind Aktivisten, die sich nach der Räumung des Dannenröder Waldes zusammengefunden haben. Die Proteste im Dannenröder Wald 2020 richteten sich gegen den Ausbau der Autobahn zwischen Kassel und Gießen. Als Redaktionskollektiv hat das Kleeblatt jetzt ein Aktionsbuch herausgebracht, um den Fokus auf die sozialen Aspekte der Verkehrswende zu richten und kreative Formen der Auseinandersetzung zu ermutigen: „Für Verkehrswendeaktionen gut nutzbar ist der StVO-Paragraph 27 (Fahren mit mehr als 15 Fahrrädern im Pulk ist erlaubt). § 25 erlaubt das Gehen auf der Fahrbahn, wenn mensch Gegenstände mit sich führt, die für den Fußweg zu breit sind.“

 

Um Klimaschutz und eine menschen- und umweltverträgliche Mobilität zu erreichen, könne die Lösung nicht E-Mobilität heißen, heißt es in dem Verkehrswende-Aktionsbuch mit dem Untertitel „Acker, Wiese & Wald statt Asphalt“. Die Ressourcenbilanz der E-Fahrzeuge ist kaum besser als die der Verbrenner, sie benötigen genauso viele Straßen und befördern mit dem Trend zu immer größeren SUVs die Statusbedürfnisse einer hegemonialen Männlichkeit, so die Autor(inn)en. Tatsächlich birgt die E-Mobilität die Gefahr, den motorisierten Verkehr sogar noch attraktiver zu machen, denn es „ist zu befürchten, dass E-Autos zusätzliche Fahrten generieren, weil sie ‚mit gutem Gewissen‘ unternommen werden“. Genauso desillusionierend ist auch bereits die Hoffnung verflogen, durch Carsharing ließe sich eine Verkehrsreduzierung erzielen: „Die Zahl der Carsharing-Mitglieder steigt gleichzeitig zur Zahl der zugelassenen Privatneuwagen“. 

 

Worum also muss es bei der Verkehrswende gehen? In einer Vielzahl von Beispielen zeigen Tobi Rosswog und Jutta Sundermann Wege auf für eine Verkehrswende, die die gesundheitlichen, ökologischen und sozialen Kosten der Massenmobilität tatsächlich reduzieren könnten. Das Gros der Vorschläge bewegt sich noch zwischen Guerilla-Aktionen auf Autobahnen und bürgerschaftlich vorangetriebenen Radwegeentscheiden. Diese werden aber methodisch-professionell aufgezogen. Und das Redaktionskollektiv bietet sich explizit als Trainer an – für „Workshops, Aktionstrainings und kleine Beratungen rund um die Verkehrswende“.


Der Eintritt ist frei, Anmeldung zum Vortrag unter der Anmeldeseite der stratum lounge >>. Sie können auch per Livestream dabei sein – der Link wird kurz vor dem Event an alle angemeldeten Teilnehmer*innen verschickt.

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Veranstalter

stratum Lounge Berlin
 

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Veranstaltungsort

Stratum Lounge Berlin

Boxhagener Str. 16

10245 Berlin / Online

Image: Sundermann/Rosswog: So geht Verkehrswende – Gegen Straßen auf die Straße gehen! - Virtuell & vor Ort

Vor Ort dabei 

Als Aktivist, freier Dozent und Initiator ist Tobi Rosswog für die sozial-ökologische Transformation unterwegs. Mit all seiner Zeit und Energie setzt er sich für den Wandel hin zu einer Gesellschaft jenseits von Arbeit, ...

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Jutta Sundermann, Aktivistin und freie Publizistin, war für die Kampagnenorganisation Campact im Dannenröder Wald dabei. Sie sammelte auch bei Attac und Aktion Agrar Kampagnenerfahrung und begleitet gerne Aktionsgruppen und Bürger*inneninis.

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